ÜBER MICH | MANUELA DOBRILEIT

ERSTENS KOMMT ES ANDERS UND ZWEITENS ALS MAN DENKT

Hier geht's zur Kurzversion.

Wenn Du schon ein bisschen auf meiner Seite herum geschaut und eventuell auch vom "Rotköppchen" gelesen hast, dann weißt Du schon, dass das Thema Verkauf, in das ich vor mehr als 20 Jahren mehr hinein gestolpert als bewusst sehenden Auges hinein gegangen bin, für mich in meiner damaligen Vorstellung so gar vorgesehen war. 

Und das hinein stolpern war auch gut so. Hätte ich gewusst, welches Kapitel ich damit aufschlage, hätte ich womöglich vorschnell die Flinte ins Korn geworfen. Aber dies passierte zum Glück nicht und so habe ich anfangs mit gehörigen Bauchschmerzen das Handwerk des Verkaufens von der Pike auf gelernt, seinerzeit zunächst lediglich um meine Brötchen als Studentin zu verdienen.

Einmal Feuer gefangen, hat mich der Verkauf nie wieder losgelassen, auch wenn das eben ursprünglich überhaupt nicht mein Plan war. Seit über 20 Jahren verkauf(t)e ich zunächst Angebote und Dienstleistungen im Auftrag verschiedener Unternehmen, später meine eigenen Dienstleistungen als Coach und Trainerin. Quer durch die Branchen habe ich sukzessive meine eigenen Vertriebserfahrungen erweitert und diese später in der Verbindung mit meinem erziehungswissenschaftlichen Studium an andere weitergegeben.

Als Leiterin einer unternehmensinternen Personalentwicklungsakademie war ich gemeinsam mit meinem Team insbesondere für das Herzstück des Unternehmens, den Vertrieb, verantwortlich. Neben der fachlichen Aus- und Weiterbildung waren wir zu einem großen Teil damit beschäftigt, die Damen und Herren dieser Abteilung stets zu bester Laune und maximaler Ausgeglichenheit zu bewegen sowie zu klarer Zielorientierung und überdurchschnittlicher Leistungsfähigkeit zu befähigen. Aber nicht nur das: Auch Strategien zur Misserfolgsbewältigung, zur Selbstberuhigung und zum Erlernen von Selbstgestaltungskompetenzen etc. standen auf der Tagesordnung. Bei alldem war und ist es mir eine stete Herzenssache, das vorzuleben, was ich coache und Kollegen wie Mitarbeiter stets neu zu inspirieren, um das Bewährte auch in neuen Situationen souverän abrufen und anpassen zu können.

AUS DER KURVE GESCHLEUDERT

All das Gelernte und Erfahrene durfte ich ab 2004 ungewollt auf ganz neue Füße stellen.

Ich fand mich an einem Samstag Mittag auf einem Stuhl in meiner Küche sitzend wieder und hatte ein nie da gewesenes Gefühl der Leere in mir. Dabei hätte ich mich doch erfreuen sollen an dem schweineteuren Blumenstrauß, den ich mir eben gekauft hatte und an den tollen Leckereien, die in den Kühlschrank verstaut werden wollten. Wahrscheinlich habe ich alles weggeschmissen, ich weiß es nicht mehr.

Ich war fertig auf der Bereifung.

Hab nichts und niemanden mehr gespürt und mich für nichts und niemanden mehr interessiert. Eine tiefe Scheissegal-Haltung war in mir. Hätte mir jemand gesagt, dass ich jetzt sterben muss, hätte ich wahrscheinlich nur mit den Schultern gezuckt. Monate hinter zugezogenen Gardinen in totaler Erschöpfung und Gefühllosigkeit erfolgten. Lediglich unterbrochen von den Besuchen bei meinem damaligen Therapeuten, die zwar notwendig (und lebenswichtig!!!) waren, zu denen ich mich aber kaum motivieren konnte. 

Was war geschehen?

Nach nur einem halben Jahr in einem neuen Unternehmen hatte es mich nach einem Wochenpensum von 60 und mehr Stunden komplett aus der Bahn geworfen. Wobei die Arbeitszeit nicht das ausschlaggebende Moment war, das mich im Schnelldurchgang in den Burnout befördert hat, sondern eine große Verwirrung in den Strukturen, Prozessen, Zielen und Erwartungshaltungen, große Ängste, Machtkämpfe um Positionen, nächste Karriereschritte, von langer Hand aufgebaute unternehmensinterne Statussymbole, Beziehungsgeflechte, Stolperstrippen. Aber auch das alles war nicht "schuld" an meinem Burnout. Verantwortlich dafür war nur ich allein. Freilich konnte und wollte ich das damals kein Stück so sehen, sondern habe nach Monaten der totalen Erschöpfung erstmal wie ein Rohrspatz geschimpft auf diesen "Scheißladen", der seine Mitarbeiter ausbeutet. Tja, bis zur wirklichen Erkenntnis war es da immer noch ein ganzes Stück. Dieser "Scheißladen" hatte mich mit all meinen Ungereimtheiten, meinen Ängsten, Altlasten, meinen Zweifeln, meinen Abhängigkeiten und vielem mehr konfrontiert, die ich bis dato nicht aufgearbeitet und aufgeräumt hatte und darüber das Gefühl für mich selbst, meine Ziele und Wünsche, meine Bedürfnisse, meine Grenzen, meine Perspektiven usw. verloren hatte. Ich war kein Stück mehr eigenverantwortlich selbstgesteuert unterwegs, sondern nur in der Erfüllung von Erwartungshaltungen anderer. Den Erwartungshaltungen meiner Vorgesetzten, meiner Coachingklienten, meiner Kollegen, meines Partners, meiner Freunde, Bekannten und Familie UND - am heftigsten - meinen unterbewusst verinnerlichten Erwartungshaltungen. 

Im Nachhinein betrachtet also kein Wunder, dass ich so unklar wie ich war, erstmal einen Schlag vor den Bug brauchte, um endlich mit der im Eiltempo rennenden Erfüllung dieser zahlreichen Erwartungshaltungen aufzuhören, sondern gezwungen wurde, stehen zu bleiben um inne zu halten. Dass nicht ICH dass entschieden habe, sondern mein System und mein Körper indem sie den Dienst verweigerten, erscheint nur logisch. 

"Geh Du vor", sagte die Seele zum Körper, "auf mich hört er nicht. Vielleicht hört er auf Dich." 

"Ich werde krank werden, dann wird er Zeit für Dich haben", sagte der Körper zur Seele. 

© Ulrich Schaffer 

 

WIRKLICHE LEICHTIGKEIT UND GELASSENHEIT ENTSTEHT AUS DER TIEFE HERAUS

Die Erfahrung des Burnouts war rückblickend betrachtet nicht nur für mich persönlich ein wesentlicher Meilenstein in meiner Entwicklung, sondern hat meine Arbeit um völlig neue Perspektiven bereichert und den Fokus mehr und mehr für die "wirklich wichtigen" Themen des Lebens geschärft. Zumindest unterbewusst sucht ein jeder Mensch danach, seine Wahrheit zu leben. Erst wenn das passiert, kann Frieden und Ordnung einkehren, können Dramen aufhören und bislang stressende Faktoren akzeptiert werden als das, was sie eigentlich sind: Gegebenheiten, die uns zur Auseinandersetzung und Akzeptanz einladen OHNE dass wir mental und/oder emotional damit in Resonanz gehen.

Auf gut deutsch: Du musst nicht erst in einem Burnout oder einer anderen stressbedingten Erkrankung oder Krise landen, um all das zu lernen. Du musst nicht mal mehr ausflippen und auch keine bühnenreifen Mecker - Opern mehr aufführen. 

Diese eigene Wahrheit wirklich an-zu-erkennen, sich von den zahlreichen bunten Ablenkungsmechanismen nicht mehr einlullen zu lassen und dies alles dann auch noch in den jeweiligen Lebens- und Arbeitskontext zu integrieren, ist ein Prozess, den ich gerne mit Erfahrung, Sachverstand und tiefem Einfühlungsvermögen begleite. 

Sei schlau: Lebe dein Leben, anstatt gelebt zu werden.