Wie Dir Chaos dabei helfen kann, eine neue Ordnung zu finden. 

„Probleme lassen sich nie auf der Ebene lösen, auf der sie entstanden sind.“  (Albert Einstein)

Wer mich kennt oder mir hier schon länger folgt, der weiß, dass ich in meiner Arbeit gerne Zugänge zu meinen Klienten schaffe, die vom Verstand nicht gleich hübsch ordentlich einsortiert und bewertet werden können. Um ihnen andere, neue Perspektiven auf ihre Fragen und Themen zu ermöglichen, helfe ich ihnen oft gewissermaßen erst einmal aus ihren gewohnten Mustern der Wahrnehmung, Interpretation, Abwehr, Projektion und aus sonstigen eingeschliffenen Mechanismen ein Stück weit heraus, stelle diese einmal ordentlich auf den Kopf oder lade dazu ein, diese oft einengenden Sichtweisen zumindest ein Stück weit zu lockern und zu dehnen. 

Die Kunst in ihrer darstellenden oder auch bildenden Form ist mir hierbei oft ein sehr hilfreiches Instrument. Das Betrachten, Lesen, Spüren, Gewahr werden, Beobachten, Hinterfragen, auch Aushalten von Ungewohntem ohne „Gefahr“ ermöglicht es, absolut im Moment zu sein – frei von den Dämonen der Vergangenheit, frei von den Sorgen der Zukunft. 

Und sie schafft es, die bisherigen Lösungsstrategien, die bislang nicht nur leider zu nichts geführt haben, sondern das Thema des Klienten manchmal nur noch mehr verfestigen (im Sinne von „Ich strenge mich ja schon soooo an, es will einfach nichts klappen.“),  durcheinander zu bringen und im positiven Sinne zu erschüttern. 

Diese Erschütterung ist die kaum wahrnehmbare Lücke, in der ein Neuanfang gewagt werden kann. 

Die winzig kleine Nische, in der Verbindungen entstehen können, wo vorher Trennungen waren. 

Parallelelen, die auf den ersten Blick so absurd und auf den zweiten ziemlich nachvollziehbar erscheinen. 

Ein herzhaftes Lachen über gewagte Interpretationen, ein Staunen über sich bislang noch nie erlaubte Fragen, ein gefühlsmässiges Berührt sein, ein sich für andere fremdschämen wo sonst immer alles unter Kontrolle war. 

All dies kann innere Berge versetzen und in Stein gemeißelte Wahrheiten aufweichen. 

DAS ist es, was Veränderung möglich macht, Leichtigkeit in die Schwere bringt oder Tiefe in die bisherige Oberfläche. 


Und DAS ist es auch, wonach sich in der Tiefe seines Herzens jeder Mensch sehnt, auch wenn er es im Moment vielleicht nicht aussprechen oder gar fühlen kann. 

Auch wenn er es vielleicht im Modus des smarten Funktionierers immer wieder runter geschluckt und irgendwann einfach vergessen hat. 

Auch wenn er noch einen Höllenschiss davor hat, die so sorgsam in Schach gehaltenen Emotionen frei zu lassen. Ein bisschen zumindest. 

Auch wenn er es nicht mehr für möglich hält, dass sich wirklich was ändert in dieser Einbahnstrasse namens Leben. 


Doch alles ändert sich, wenn wir selbst uns ändern. 

Und der erste Schritt ist immer der Schwerste. 

Doch kann dieser leicht(er) werden, wenn er herausgelöst wird aus den bekannten Erwartungsmustern und Strukturen. 

Muster und Strukturen, die in ihrem eingeschliffen sein das Gefühl von Festgefahrenheit oft begünstigen – sei es nun in unserem Kopf oder in sozialen Gefügen wie Familien, Partnerschaften, Teams, Unternehmen, Organisationen … 

Muster und Strukturen, die Kontrolle und Mißtrauen über Kreativität und den natürlichen Drang zur Entwicklung und Vertrauen stellen. 

Muster und Strukturen, die lieber alles wohlsortiert und berechenbar halten, damit ja keiner ausbüxt. 

Es könnte sich ja was zum Besseren ändern. 

Es könnte ja was in Bewegung kommen. 

Nee nee … dann mal lieber weiter schön klein halten und die Angst schüren. 

Nicht schön, aber dafür wenigstens bekannt. 

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Es braucht mutige Menschen, die diese angstgetriebenen Muster und Strukturen lösen, lockern, notfalls durchbrechen. 

Die das System, in dem sie Tag ein, Tag aus so gewohnheitsmäßig unterwegs sind,  hinterfragen. 


Menschen, die trotz, nein MIT ihren Ängsten und Ungewissheiten mutig voran gehen. 

Die Modell für andere sein können. 

Es braucht Menschen, die sich etwas trauen. 

Indem sie sich selbst-ver-trauen. 

Und dadurch auch anderen ver-trauen und etwas zu-trauen. 

Die dadurch Kontrolle temporär oder ganz und gar loslassen können. 

Die Freiräume schaffen, Räume öffnen und Beziehungen entwickeln. 

Die aushalten können statt weg zu lächeln oder sich hinter Regeln und Prozessen zu verstecken. 

Die Halt geben können ohne fest zu halten. 

Die damit leben können, dass Kreativität sich in ungeordneten Bahnen ihren Weg freischaufelt. 

Es braucht mutige Menschen, die wahre Nähe und Nahbarkeit leben können und die auch dann da sind, wenns kniffelig wird. 

Menschen, die temporäre Unruhe als Bereicherung empfinden und nicht als Störung. 

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Coaching und Mentoring außerhalb von Meetingräumen ist für viele Unternehmen und Menschen in Unternehmen noch absolutes Neuland. Noch steckt in vielen Köpfen die unterbewusste Vorannahme, dass „harte Arbeit“ ausschließlich in dafür vorgesehenen Räumen statt zu finden hat und eben auch so aussehen muss, wie es eine wie auch immer  geartete Erwartungshaltung tief in Köpfe hinein zementiert hat. 

Vielfach zitierte Studien und Belege dafür, dass das Gehirn erst einmal aus dem Dauer-Stress-Modus des angestrengten Lösungen Suchens heraus muss, um WIRKLICH (!) neue, vielleicht bahnbrechende Innovationen zu gebären, werden dabei zu Gunsten des „Das haben wir schon immer so gemacht ...“ noch häufig ignoriert. 

Doch das ist mindestens genau so  kurzsichtig, selbstzerstörerisch und fahrlässig wie der Raucher, der partout nicht die Finger von den Kippen lassen will, sich ein paar Jahre später aber bitterlich über COPD beklagt. 

Musst Du, müssen Sie, muss Ihr Unternehmen, Ihre Abteilung, Ihr Team erst gegen die Wand fahren? 

Oder willst Du heute anfangen, wirklich die Verantwortung für dich und dein Handeln und damit für deine Zukunft zu übernehmen? 

Dann weißt Du, wo Du mich findest. 

© Manuela Dobrileit, brain open – Akademie für würdevolle Führungskunst ® 2019. 

Foto: © Pexels

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Manuela Dobrileit, Diplom-Erziehungswissenschaftlerin & qualifizierter systemischer Coach mit Schwerpunkt emotionale Intelligenz arbeitet seit 18 Jahren als Businesscoach für bewusste Menschen und zeitgemäße Unternehmen. Sie zeigt Führungspersönlichkeiten, wie sie sich selbst, ihre Mitarbeiter und ihr Unternehmen in Würde führen und auf sich permanent verändernde Bedingungen ausrichten können, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren.