Wie alles anfing ...

Bevor es mit dem Vertrieb los ging, habe ich als Studentin lange Zeit meine Brötchen damit verdient, in der Hauskrankenpflege zu arbeiten. Von früh um 5 an war ich bei Wind und Wetter mit meinem Fahrrad unterwegs, um alte und kranke Menschen in ihrem täglichen Lebensalltag auf unterschiedlichste Art und Weise zu unterstützen, je nachdem wie deren Wünsche und Bedürfnisse waren. Manchmal ganz handfest, manchmal auch „nur“ mit einem aufmunterndem Gespräch und dem Gefühl, für eine Viertelstunde ganz für den anderen Menschen da zu sein. Für das, was ihn aktuell bewegt, aber auch für die vielen Erfahrungen, die er im Laufe seines reichen Lebens gesammelt hat und für die oft in der heutigen Alltagshektik kein Platz ist.

Geballte Lebensfreude morgens um 7

Nie werde ich den Tag vergessen, als ich Frau P. zugewiesen bekam, die ich an diesem Tag zum ersten Mal besuchte. Mir wurde gesagt, was ich bei ihr zu tun habe und dass sie nicht mehr allein die Tür öffnen könne. Mit einer Mischung aus Neugier und Grummeln im Bauch (wer weiß, was mich da erwartet?!) stieg ich die Treppen hoch und verschaffte mir mit ihrem Wohnungsschlüssel Einlass. Langsam betrat ich die Wohnung und machte mich durch leises Rufen bemerkbar. Frau P. war gerade im Begriff wach zu werden, blinzelte mich zunächst irritiert an und wurde dann aber ziemlich schnell aktiv. Mit Gesten bedeutete sie mir, dass ich ihr ihre „Zähne“ reichen solle und kaum hatte sie die drin, ging es auch schon los mit dem Sabbeln „Ey, schön, dass de da bist!“ rief sie mir grinsend im besten Berlinerisch zu, quetschte mich im Schnellverfahren zu diesem und jenen aus ohne eine Antwort abzuwarten und mir dann schnurstracks Anweisungen zu geben, wie es nun weiter gehen hatte. Wasser zum fertig machen, ans Bett bringen und los geht’s, zack zack.

Was ich erst jetzt sah – und mir natürlich vorher auch niemand gesagt hatte – Frau P. fehlten beide Brüste. Diese hatte sie infolge einer Brustkrebserkrankung abnehmen lassen müssen, wie sie mir später erzählte. Doch damit nicht genug, Frau P. fehlte auch ein Bein (hier kann ich Dir gar nicht mehr sagen, warum, aber es war eben so). Für einen winzig kurzen Moment war ich schockiert, aber mehr fasziniert, mit welcher Verve sie mir das alles in einem Rutsch erzählte und welche Ausstrahlung sie bei alldem hatte. Nach der Körperpflege ging es also ans Ankleiden, das bei Frau P. aber eben ein ganz klein wenig anders ablief als bei den meisten anderen meiner älteren Herrschaften.

Eine Frau wird komplett

Zuerst wurde die Beinprothese angeschnallt mit einer wahnwitzigen Konstruktion, die es heute so wahrscheinlich gar nicht mehr gibt. Danach kam der BH in Spezialanfertigung dran. In diesem waren zwei Brustprothese eingearbeitet. Erst dann kam die Kleidung, natürlich die Perücke (erwähnte ich, dass sie kahlköpfig war? – wahrscheinlich eine Folge der zahlreichen Chemotherapien, die sie über sich hatte ergehen lassen müssen) und die Brille. Zu guter Letzt ihr Schmuck und der Schuh für das unversehrte Bein, um den Höhenunterschied zur Beinprothese auszugleichen.

Ach so, und hatte ich das Hörgerät erwähnt? Dies kam natürlich vor der Brille ins Ohr.

Ich hatte ja schon einiges gesehen und erlebt, aber ich war baff.

In einer Viertelstunde war die Frau „komplett“ geworden ... angefangen mit den falschen Zähnen, den Bein- und Brustprothesen bis hin zu Brille, Hörgerät und Perücke. Die meisten der Menschen, die ich bis dato kennen gelernt hatte, wären in ähnlicher Situation, so vieler Körperteile und – funktionen beraubt zu sein, in tiefe Depression versunken. Nicht so Frau P.! Diese erzählte mir nun mit noch größerer Geschwindigkeit und bester Laune von ihren Kindern, ihren tollen Urlauben und der bevorstehenden Reise nach Shanghai. Aus ihr sprang einfach eine schier grenzenlose, unersättliche Lebensfreude, die sie selbst völlig unabhängig von ihren körperlichen Fähigkeiten entwickelt hatte und die sie mit jeder Phase ausstrahlte. Damals kannte ich den Begriff des „open minded“ sein noch nicht, aber als ich diesen viele Jahre später kennen lernte, musste ich immer wieder an Frau P. denken.

Du gestaltest es selbst!

Heute glaube ich, dass sie so etwas wie eine Initialzündung für mich war, denn: seither hat mich die Frage nie wieder los gelassen, was Menschen dazu bewegt, ihre inneren oder auch äußeren Grenzen zu überwinden hin zu mehr Lebensfreude, Mut, Selbstbewusstsein, Standing, Erfüllung, Ausstrahlung, Anziehungskraft, Erfolg, Glück ... such Dir was aus, schier ungeahnte Möglichkeiten zeigen sich, wenn Du hier weiter denkst. Frau P. hat mir seinerzeit gezeigt, dass es an unser Einstellung liegt, wie wir unser Leben unabhängig von äußeren Faktoren betrachten und welche Gefühle wir empfinden und dass es in unserer eigenen Gestaltungskraft liegt, ein gutes, reiches, glückliches oder zufriedenes Leben zu führen.

Ich dachte mir, wenn ein Mensch wie Frau P. es schafft, diese unglaubliche Lebendigkeit, Lebenszufriedenheit und Freude zu empfinden und damit eine wiederum unglaubliche positive Außenwirkung zu erzeugen, dann muss es doch theoretisch für jeden Menschen – nahezu unabhängig von seinem äußeren Schicksal und seinen inneren Grenzen – möglich sein, ganz ähnliche Prozesse aus eigener Kraft zu durchlaufen und ganz ähnliche Empfindungen zu spüren.

Worum geht es eigentlich?

Und richtig, im Laufe der Jahre mit wachsenden Erfahrungen in meinen Coachings wurde immer klarer, um was es eigentlich geht, wenn Du Dir ein „mehr“ Deiner Bedürfnisse wünscht (mehr Sicherheit, mehr Freiheit, mehr Geld, mehr Sinn etc pp) – es geht um eine Verschiebung und Erweiterung Deiner Grenzen, mit denen Du dich bislang davon abgehalten hast, diese Bedürfnisse erfolgreich zu erfüllen. Doch meist genügt ein kleiner Impuls und ein wenig frischer Wind sowie das Vertrauen, dass Du nicht allein auf Deinem Weg bist, um sich dieser Grenzen gewahr zu werden und sie da zu erweitern, wo sie dir im Wege sind.

Ich begleite Dich dabei mit einer profunden Ausbildung, reichhaltigen Erfahrungen aus fast 2 Jahrzehnten Coaching-Arbeit, viel Humor und ordentlich frischem Wind sowie einer unbändigen Lust darauf, Dich zum Leuchten zu bringen.

 

Möchtest Du ein Blick ins Schaufenster der Möglichkeiten werfen, die hinter Deinen Grenzen warten? Ich zeige sie Dir.