WARUM ES MITUNTER RECHT EINSAM ALS ANANAS UNTER KARTOFFELN IST.

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Vor einiger Zeit sprang mir im Telefoncoaching mit meiner Sparringpartnerin ein Bild in den Kopf, das ich seitdem nicht wieder loswerde.

Renate, eine lebens- und businesserfahrene, gestandene und weise Frau arbeitete mit mir an meiner Ahnenreihe und an den emotionalen Verstrickungen, die diese für mich auch in meinem heutigen Leben manchmal noch so mit sich bringt. Ein Thema, dass auch meine Kunden häufig unbewusst in ihrem Gepäck haben.

Loyalitätskonflikte stehen hier oft ganz oben auf der Tagesordnung. Das eigene Sein und Handeln wird unbewusst immer wieder in den Vergleich mit den Menschen gestellt, die uns sehr geprägt haben und mit denen wir oft auch in Liebe verbunden sind – oft in erster Linie unsere Eltern. Diese Gefühle kommen oft widersprüchlich daher und münden in innere Konflikte, die wir uns selbst oft nicht erklären können, wie zum Beispiel die Frustration darüber, dass wir hohe Ziele haben und dass es scheinbar aber in uns eine imaginäre Glasdecke gibt, die uns einfach ums Verrecken nicht weiter nach oben kommen lässt. Egal, wie wir uns abstrampeln, erreichen wir einfach nicht das nächste Level, in beruflicher, emotionaler, wirtschaftlicher, finanzieller Hinsicht oder what ever. Stagnation und Frustration sind die Folge. Das Gefühl, am liebsten alles hinschmeißen zu wollen. Das Gefühl, eben nicht gemacht zu sein für Großes. Das Gefühl unendlicher Erschöpfung verbunden mit dem Bedürfnis, am liebsten erstmal 3 Jahre nur zu schlafen.

Die pochende Existenzangst, die innerlich anklopft und die ewig gleiche Frage stellt: „Was ist, wenn du ES nicht schaffst = du nicht den nächsten Auftrag bekommst, du nicht die nächste Gehaltserhöhung ergatterst, du nicht deine Beziehung retten kannst, du nicht dein neues Businesslevel erreichst, du in deinem Unternehmen nicht endlich profitabel wirst, du nicht endlich deine Fähigkeiten so nach draußen bringst, wie es dir eigentlich entspricht und schon lange dein Plan ist ...“

Die Liste ließe sich unendlich fortsetzen.

Bei genauerem Hinschauen und in der Zusammenarbeit mit einem Coach kommt oft raus, dass es die unbewussten Loyalitäten zu den Mitgliedern unserer Herkunftsfamilie sind, die uns am Vorankommen hindern, auch wenn diese sich vielleicht nichts sehnlicher gewünscht haben, als dass es uns besser gehen möge als es ihnen möglich war. Bei genauerer Analyse, zum Beispiel über eine Genogrammarbeit wird oft erst dann bewusst, dass der Betreffende in der Familie der/die Erste war, der ein bestimmtes (Aus-) bildungsniveau oder andere Meilensteine in seiner persönlichen Entwicklung erreicht hat, von denen die Generationen vorher nur träumen konnten oder die sie aus Furcht vor diesem oder jenen oder weil es „halt nicht die Zeit dafür war“, nicht in Angriff genommen haben.

Unbewusst will etwas in uns oft dann nicht „besser sein“ als unsere Vorfahren, aus Angst, energetisch aus dem Familien-Rudel raus zu fliegen, das uns (zumindest in unseren Träumen und Wünschen) Rückhalt, Sicherheit und Geborgenheit garantiert und damit ureigendste, existenzielle Bedürfnisse erfüllt.

Unterstützend im negativen Sinne wirken hier auch oft in der Kindheit gehörte Sätze und verinnerlichte Warnungen wie „Du willst wohl etwas Besseres sein“ oder „Denk bloß nicht, dass Du nur, weil Du Abitur hast, einen Job bekommen wirst ...“. Oft sieht man förmlich den erhobenen Zeigefinger noch vor sich oder hört noch die erhobene Stimme. Und auch wenn solche Glaubenssätze selten ganz bewusst das Ziel hatten, uns zu schädigen, machen sie doch in unserem tiefsten Innersten genau das und bringen die Botschaft immer wieder auf den Punkt: Bleib klein! Bei den Großen hast Du nichts verloren!

Oder wie es meine Sparringpartnerin so treffend in den Worten des bremsenden Familiensystems formulierte:

„Bilde dir bloß nicht ein, eine Ananas zu sein! Du bist keine Ananas! Du bist eine Kartoffel, also gehörst Du zu uns Kartoffeln und bleibst gefälligst hier!“

Wenn Du die nun wirklich wärst, dann wäre ja alles gut und es gäbe kein Problem. Doch ganz oft ist da eben mehr in uns. Wir spüren, dass wir anders als unsere Vorfahren aus unserem Kartoffel-Dasein rausgewachsen sind und mitten dabei sind, uns in unsere volle Blüte zu entwickeln. Wir sind keine Kartoffeln mehr, wir sind Ananas und werden als solche doch energetisch immer wieder von den inneren Kartoffelsätzen gelähmt, die uns bremsen, blockieren und unsere Selbstzweifel schüren. In schwachen Momenten, bei Schwierigkeiten, in Entwicklungsphasen oder wenn es mal nicht so läuft, fragen wir uns selbst: Bin ich eben doch Kartoffel und bilde mir diesen ganzen Ananas-Kram nur ein???

Ich kenne das alles nur zu gut.

Lange Zeit habe ich die Kartoffel-Formulierungen meiner Mutter sehr übel genommen und erst viel später verstehen können, warum sie so war und ihr erst noch viel später verzeihen können.

Den Ballast, gefühlt ewig auf der gleichen Entwicklungsstufe festzusitzen, hatte ich damit aber immer noch nicht gelöst, denn (unbewusste) Loyalitäten wirken zäh und nachhaltig, selbst wenn die auslösenden Personen schon gar nicht mehr am Leben sind.

Selbst wenn wir rational fertig sind mit dem Thema, es lange vom Kopf her verstanden und verziehen ist und wir es auch emotional für uns aufgearbeitet haben, kann es sein, dass wir energetisch darauf noch immer festhängen.

Ich wusste das längst, aber erst das Sprachbild von den Kartoffeln und der Ananas hat mich innerlich an dem Punkt erwischt, wo es nicht nur um das Verstehen geht, sondern darum, dass sich neben der Erkenntnis auch im inneren Erleben wirklich was ändern kann.

Dies ist immer insbesondere dann wichtig, wenn ein Teil von Dir wachsen und sich entwickeln will und Gas gibt und ein anderer Teil gleichzeitig die Handbremse fest anzieht.  Mit dem Ergebnis, dass Du mal wieder nicht wie gewünscht vorankommst, total erschöpft und ausgepowert bist und dich wie kurz vorm Motorschaden fühlst.

Ein Coach hilft dir dabei, diese Prozesse zu erkennen, zu verstehen und gemeinsam mit Dir deine inneren Bremser und Blockierer zu lösen und sukzessive zu Unterstützern zu wandeln.

Wenn Du es also satt hast, dass du in Wachstumsmomenten wie wichtigen Präsentationen, Aufstiegsgesprächen, Pitches mit Wettbewerbern etc. über die Maßen weiche Knie kriegst, deine Souveränität verlierst, Dir vor Angst in die Hosen machst und vielleicht im letzten Moment tatsächlich reiß aus nehmen möchtest, dann melde dich bei mir für einen kostenlosen, 30minütigen Energy Talk, indem wir deine persönlichen Bremsklötze aufspüren und Ideen dafür entwickeln, wie wir diese in wohlwollende Unterstützer für dich wandeln können.

Herzlichst, Manuela  


© Manuela Dobrileit - Akademie für würdevolle Führungskunst ®, 2019.
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Manuela Dobrileit