WARUM ES EIN MUSS IST, DEINE ALTLASTEN AUFZUARBEITEN, WENN DU ENDLICH MEHR KRAFT UND ENERGIE HABEN WILLST.

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Weißt Du noch, was Du im Sommer 1989 gemacht hast?

Ich schon.

Es war ein heißer Sommertag in Berlin und ich als knapp 19jährige löste in meinen letzten großen Sommerferien nach dem Abitur den Haushalt meines Vaters auf. Wenige Tage zuvor war er in die damalige BRD ausgereist.

Ohne mich? Ja.

Ich sehe förmlich, wie Du die Stirn in Falten legst und dich am Kopf kratzt ... ja, die ganze Geschichte ist eine lange und sie ist tricky.

Meine Eltern haben sich scheiden lassen, als ich 3 Jahre alt war und seitdem hatte ich meinen Vater nie wiedergesehen. Von meiner Mutter kam unisono „Was willste von dem? Der will dich eh nicht sehen.“ und meine Angst vor Ablehnung war damals als Heranwachsende um ein Vielfaches größer als heute, also habe ich es unterlassen, weitere Nachforschungen anzustellen, auch wenn mich das Thema nie ganz losgelassen hat.

Happy End?

Szenenwechsel.

Mai 1989.

Ich stehe kurz vor dem Abitur und eines nachmittags erwartet mich eine todschicke, toughe Dame, als ich das Schulgebäude verlassen will. Sie stellt sich als Frau meines Vaters vor. Dieser möchte Kontakt mit mir aufnehmen, mich gerne sehen. Konsterniert und misstrauisch war ich, abweisend. Woher sollte ich wissen, dass das wirklich stimmt? Was war mit dem Satz, der mir die letzten Jahre von meiner Mutter in den Kopf gehämmert worden war? Warum kam er nicht selbst, schickte seine Frau vor? Erst im letzten Jahr habe ich erfahren, dass mein Vater von dieser Such- und Überredungsaktion überhaupt erst erfahren hat, als ich seiner Frau gegenüber bereits eingewilligt hatte, ihn treffen zu wollen.

Ich habe mich geziert, meine Angst und das Misstrauen war zu groß, die Frau um so hartnäckiger. Stand etliche Male unangekündigt vor der Wohnungstür meines damaligen Freundes, bei dem ich lebte. Saß ewig auf der Treppe und wartete auf mich, ohne zu wissen, wann und ob ich überhaupt kommen werde. Heute unvorstellbar, in Zeiten ohne Handy, Internet - ja nicht mal ein normales Telefon gab es  -  eine wahre Meisterleistung.

Schließlich willigte ich ein. Und um es kurz zu machen: ja, es war wunderschön, meinen Vater wieder zu sehen, die Herzlichkeit und Wärme von ihm und seiner neuen Familie zu genießen. Zwei jüngere Geschwister gab es auch, es fühlte sich rundum harmonisch an und ich mich gut aufgehoben. Wie eine richtige Familie eben, die ich so bislang nicht wirklich kennen gelernt hatte. Es fühlte sich gut an. Nach ankommen und zu Hause sein.

Im Laufe unserer vielen Gespräche erfuhr ich, dass sie vor Jahren ihre Ausreise aus der ehemaligen DDR beantragt hatten, aber mittlerweile nicht mehr daran glaubten, dass dies je klappen würde. Das sich die Lage nur wenige Monate später komplett ändern würde, konnte zu diesem Zeitpunkt ehrlich gesagt noch niemand von uns Otto Normalbürgern ahnen ...

Ich wusste also, dass da was im Raum stand. Aber kurioserweise hat mich das emotional nicht so beschäftigt, wie man vielleicht glauben würde. Vermutlich habe ich es auch ganz bewusst gar nicht wirklich an mich herangelassen.

Kurze Zeit später änderte sich die Stimmung. Quasi aus dem Nichts heraus hatten mein Vater und seine Frau die Information und den Termin ihrer Ausreise erhalten. Formalitäten mussten erledigt werden, dies und das auch mit mir besprochen werden. Die Stimmung war gedrückt und mit jedem Tag schwerer, je näher der Tag X rückte. Gleichzeitig war kaum Zeit zum Nachdenken geschweige denn sich in Ruhe zu verabschieden. Es drängte auf einmal, 1000 Dinge standen noch an. Es war zu klären, was mit der Wohnung passiert, dem Hausrat und verschiedenen anderen Dingen; natürlich bot ich meine Hilfe an, um wenigstens diese Last zu nehmen und gleichzeitig danke zu sagen für die vergangenen Wochen.Dann waren sie weg.

Kein Happy End.

Als ich das erste Mal allein in der verlassenen Wohnung stand, war das ein schwer zu beschreibendes Gefühl. An ihrem letzten Abend hatten mein Vater und seine Frau mit Freunden noch Abschied gefeiert, alles stand noch da. Überhaupt machte die ganze Wohnung den Anschein von „schnell mal Zigaretten holen gehen“. Gefühlsmäßig war mein Vater noch immer da, aber da half alles nix, faktisch war ich wieder ohne ihn.

Anfangs haben wir gehofft und geglaubt, dass wir den Kontakt werden aufrechterhalten können und faktisch wäre ja sogar ein Wiedersehen nur wenige Monate später möglich gewesen! Doch es kam anders.

Durch Umstände, die bis heute nicht ganz geklärt sind, entwickelte sich in der Folge zwischen meinem nun ausgereisten Vater und mir eine merkwürdig angespannte Stimmung mit Vorwürfen und Unterstellungen. Nicht auszuschließen, dass auch Dritte da ihre Finger im Spiel hatten. Für mich als 19jähriges Küken stellte sich die Lage damals jedoch vermeintlich sonnenklar dar: Meine Mutter hatte wohl Recht gehabt und eigentlich wollte der mich gar nicht und auch jetzt ging es nur darum, dass er mit mir ein paar Dinge klären muss, um endlich in den Westen zu kommen. Für mich stand das auf einmal als glasklar abgekartetes Spiel im Raum und leider war ich nicht (nur) wütend darüber, nein, ich war abgrundtief verletzt und enttäuscht und fühlte mich verraten und verkauft.

Auf in ein neues Leben

Ich hatte niemanden, mit dem ich meine damaligen Befindlichkeiten in der Tiefe hätte teilen können. Zudem standen so viele andere Dinge an: meine Ausbildung zur Zahntechnikerin ging los (ja, es ging nicht gerade in meinem Lebenslauf) und nur wenige Wochen später brach ja ein ganzes Gesellschaftssystem zusammen, indem ich 19 Jahre lang aufgewachsen war.

Also habe ich die kurze Episode mit meinem Vater und das schöne Gefühl, eine Familie zu haben, ganz schnell vergessen und mich darauf konzentriert, mein eigenes Leben zu leben.

Als Jahre später (nach dem Ausflug in die Zahntechnik und einigen anderen Kurvenschlenkern) dann endlich klar war, wohin meine berufliche Reise denn nun wirklich gehen würde, war klar, dass im Zuge dessen viele persönliche Themen im Rahmen der beruflich vorgeschriebenen Selbsterfahrung aufzuarbeiten wären. Viel davon habe ich dort und in den weiteren Jahren meiner beruflichen und persönlichen Entwicklung reflektiert und verdaut, doch die Vatergeschichte blieb im Verborgenen. Nicht, dass ich sie bewusst zurückgehalten hätte, es fiel mir gar nicht ein, darüber zu reden.

Für mich war da einfach alles klar: du bist ausgenutzt worden und warst so blöd, darauf rein zu fallen. Pech gehabt, Manu!

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Viele Jahre vergingen, ich bin eine erwachsene Frau geworden, habe mein Leben aufgebaut, mein Studium abgeschlossen, beruflich mal hier und mal dort hinein geschnuppert, bin viel gereist, hab 2 Kinder bekommen, mich weitergebildet, ein Haus gekauft, eine Partnerschaft gepflegt, einen handfesten burn out überstanden, Karriere gemacht, mich getrennt, mein Haus verloren, meine Kinder großgezogen, viele Höhen und Tiefen im Leben mitgenommen und mit keiner Silbe mehr an meinen Vater gedacht.

Bis zum 18.08. des letzten Jahres. Meinem Geburtstag.

Wieder ein schöner Sommertag, ich saß mit einer Freundin beim späten Geburtstagsfrühstück, nachdem ich mich vorher schon bei der Kosmetik hatte verwöhnen lassen. Am Abend sollte es in ein spanisches Restaurant gehen, worauf ich mich schon sehr freute und am Morgen danach mit meinem Partner für 2 Wochen nach La Gomera, worauf ich mich natürlich noch viel, viel mehr freute!

Kurz checkte ich meine Mails während meine Freundin für kleine Mädchen war und bin halb vom Stuhl gefallen. Eine Mail von meinem Vater war in meinem Postfach.

Nach 27 Jahren das erste Lebenszeichen.

Willst Du Recht haben oder glücklich sein?

Kurz und knapp, doch herzlich und wieder mit dem Wunsch verbunden, Kontakt mit mir haben zu wollen.

Ich war wie vom Donner gerührt und habe das gleich erst mal innerlich vom Tisch gewischt und mich wieder meiner Geburtstagsgästin zugewendet.

Da der Urlaub auch vor der Tür stand, habe ich mich auch die nächsten Tage zunächst nicht weiter darum gekümmert, doch arbeitete es natürlich im Hintergrund in mir.

Wieder aus dem Urlaub zurück stand seit September dann auf meiner ToDo-Liste „Bei Vater melden“. Ich kann dir nicht sagen, auf wie vielen ToDo-Listen dieser Punkt immer und immer wieder auftauchte. Ich habe es einfach nicht vermocht. In meinem Kopf jedoch sind zeitgleich 100e von Antwortversionen entstanden und viele davon waren nicht fein, das kann ich dir sagen. Nach und nach habe ich mich dem gestellt und je mehr ich innerlich aufmachte, desto mehr Schmerz kam hoch. Es tobte ein Kampf in mir – noch immer. Und das, wo ich es als ausgebildete „Fachkraft“ J ja eigentlich besser wissen müsste. Doch ... Coaches sind auch nur Menschen ... zumal, wenn die persönliche emotionale Verstrickung dieses Ausmaß hat. Ich wollte wieder ran an meinen Vater, aber meine Wut und meine Verletzungen und ja sogar mein Hass auf ihn und das damals Geschehene waren so groß, dass ich nicht im Geringsten eine Ahnung davon hatte, wie das möglich sein sollte. All der verdrängte Schmerz brach mit einer Wucht hoch, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Es hat mich schier innerlich zerrissen (und das bei laufendem Tagesgeschäft ...)

Trotzdem war bei alldem glasklar, wohin die Reise geht, es war unausweichlich und so eindeutig wie noch nie etwas vorher: ich möchte wieder Kontakt mit meinem Vater.

Lieber Papa ...

Kurz vor Weihnachten war es dann soweit, ich hatte durch die Arbeit mit meinem Coach und vielen Gesprächen mit meinen Freunden endlich den Mut und den Ton gefunden, um meinem Vater zunächst schriftlich gegen über treten zu können. Es war ein langer Brief, ein harter Brief, ein Brief voller Schmerz und trotzdem voller Respekt. Ein Brief, indem ich mich vielleicht so radikal wie noch nie vorher mit meinen Verletzungen gezeigt habe. Ein Brief ohne jedweden Vorwurf, das hatte ich mir geschworen im Wissen darum, dass es zu nichts führen würde. Daran habe ich mich gehalten und es zur beiderseitigen Voraussetzung für einen etwaigen Dialog gemacht. Wissend, dass das für mich die weitaus schwierigere Übung sein würde.

Um mich vor einer erneuten Enttäuschung zu schützen hoffte ich gar nicht erst auf eine Antwort.

Doch die war bereits am nächsten Morgen da: ein virtueller Mix aus Tränen, Freude, Fassungslosigkeit, Angst.

Bald waren wir in einem regen Mailwechsel, indem vieles aufgearbeitet und geklärt werden konnte, vieles erneut hochbrach und viele Emotionen in mir und vermutlich auch ihm auslöste. Immer noch schüttelt es mich manchmal emotional durch und vor unserem ersten Treffen in einigen Wochen bin ich bei aller Freude durchaus ein wenig nervös. Doch habe ich eines nicht nur verstanden, sondern fühle es tatsächlich, was mir vorher nicht bewusst war, nicht bewusst werden durfte: die Trauer um den emotionalen Verlust meines Vaters, die damit verbundenen und verinnerlichten negativen Glaubenssätze, die Selbstzweifel und Blockaden in vielen anderen Bereichen des Lebens können erst jetzt und dadurch wirklich vollständig heilen und die fast 3 Jahrzehnte lang unbewusst und unnütz gebundene Energie endlich anderswo zum Einsatz kommen, wo sie viel dringender gebraucht wird und vor allem viel Schöneres bewirken kann.

Das Leben ist zu schade, um es mit Wut, Trauer, Angst und Hass zu verschwenden

 Und auch wenn mein Beispiel hier nicht unbedingt alltäglich ist, so weiß ich aus 17 Jahren Coachingerfahrung, wie viele Menschen ungeklärte Themen mit sich herumtragen, die ihnen Energie und Lebensfreude abziehen und sich zudem blockierend auf die eigene Gesundheit, auf Kreativität und Leistungsvermögen auswirken.

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  • wie Du selbst die intensivsten Erfahrungen radikal akzeptieren lernen kannst

Ich freue mich auf Dich und darauf, dich in deine volle Kraft bringen zu dürfen. 

Herzlichst, Deine Manuela


© Manuela Dobrileit - Akademie für würdevolle Führungskunst ®, 2019.
Foto: Dobrileit privat

Manuela Dobrileit