LIEBE DICH SELBST UND ES IST (FAST) EGAL, WO DU ARBEITEST.

Photo by CANVA

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In meiner umfangreichen Business- & Coachingbibliothek stehen etliche Bücher, die mit dem reinen Business-Coaching auf den ersten Blick wenig bis gar nichts zu tun haben. Diese sind mir jedoch schon sehr früh wertvolle Begleiter geworden, da jedes Business-Coaching immer auch privat ist und sich Menschen jedweder Hierarchie mir gegenüber von Anfang an sehr persönlich und privat anvertraut haben. 

Eines dieser wertvollen und viel genutzten Bücher trägt den wunderbaren Titel „Liebe dich selbst und es ist egal, wen Du heiratest.“ von Eva-Maria Zurhorst. 

Ich finde diesen Titel und was in ihm steckt noch heute genial, auch wenn er in Bezug auf die Arbeitswelt zugegebenermaßen ein wenig ketzerisch wirken mag und es sicher nicht immer klug ist, ihn eins zu eins zu beherzigen. Manchmal gibt es durchaus Konstellationen, wo es im Hinblick auf die eigene Unversehrtheit angeraten ist, den Arbeitskontext zu wechseln. 

Doch mir gehts in diesem Zusammenhang um etwas anderes. 

In der Arbeit mit Teams und deren Vorgesetzten fällt mir häufig auf, welche zum Teil hoch emotionale Erwartungen Mitarbeiter an ihre Chefs formulieren und wie hochgradig sensibel, lauernd und vergleichend sie das Verhalten der Führungsmenschen in Bezug auf sich selbst bewerten. 

Oft werden emotionale Ansprüche an Aufmerksamkeit und Anerkennung gestellt, die weit über das berufliche angemessene, zeitlich leistbare Maß hinaus gehen und die zudem unerfüllbar sind, da sie sich an die falsche Person richten. 

Ich erlebe Menschen, die die kleinste tonale Veränderung in der Stimme ihres Chefs als Zeichen für Gunst oder Missbilligung bewerten. 

Ich erlebe Menschen, die argwöhnisch beäugen, mit wem von den Kollegen seitens des Vorgesetzten mehr gesprochen oder gar gelacht wird. 

Ich erlebe Menschen, die förmlich um die Aufmerksamkeit der Führungskraft buhlen. 

Ich erlebe Menschen, die nahezu ALLES für ihren Chef tun würden, wenn er sie doch endlich so sehen würde, wie sie gesehen werden wollen. 

Ich erlebe gestandene Frauen und Männer, die vor den Augen ihrer Führung zu kleinen Mädchen und Jungs mutieren, die von „Papa“ oder „Mama“ gelobt, gestreichelt und auf den Arm genommen werden wollen. 

Ich erlebe haufenweise verletzte innere Kinder, die sich nach Heilung sehnen und sie wieder und wieder nicht bekommen. Einfach weil der Chef nicht der Papa und die Chefin nicht die Mama ist und der nach außen projizierte Heilungsanspruch völlig fehl am Platze ist. 

Oft schaukelt sich die Situation mit der Zeit erst richtig hoch, wenn der „zum Kind mutierte“ Mitarbeiter nach in seinen Augen wiederholten Enttäuschungen bockig wie ein Kind wird, weil „Mama“ oder „Papa“ ihm in seinen Augen verwehren, worauf er oder sie doch einen Anspruch zu haben meint. 

Richtig „lustig“ wird es dann, wenn auch das innere Kind des Chefs am Start ist und sich so gewissermaßen 2 Halbwüchsige im Buddelkasten um die Schaufel streiten. Leider gibt es diese Situation nicht so selten, wie man hoffen möge. 

Woran es in dieser Situation fehlt, ist die Liebe zu sich selbst und damit verbunden die 100%ige Übernahme von Verantwortung für das eigene Leben. 

100% übernommene Selbstverantwortung schließt ein, dass ich um meine unverdauten Lebensthemen weiß, dass ich sie bewusst zu verarbeiten versuche und dass ich weiß, dass und wodurch sie von außen aktiviert werden können. 

100% übernommene Selbstverantwortung heisst, dass ich mir darüber bewusst bin, kein Opfer (mehr) zu sein. 

Dass ich keine Ausreden mir selbst und anderen gegenüber habe. 
Dass ich aufhöre in Bewertungen und Schuldzuweisungen zu denken, in schwarz oder weiß, gut oder schlecht, richtig oder falsch. 
Dass ich erkenne, wo ich süchtig nach Drama war und dass ich beginne, diese Sucht zu überwinden. 
Dass ich anfange, mich als Gestalter zu erleben, der mit seinem Denken, Fühlen und Handeln Einfluss darauf hat, wie sich meine Realität darstellt. 

Dass ich mich selbst aufhöre zu belügen. 
Dass ich mich ernst nehme. 
Dass ich mir nur verspreche, was ich auch halte und wenn ich es nicht halte, beständig nach neuen Wegen suche, damit ich mir irgendwann selbst glauben kann. 
Dass ich mich anerkenne und wertschätze. 
Dass ich mich würdige. 
Dass ich mich selbst liebe. 

Wenn ich mir selbst bedingungslose Liebe schenken kann, gibt es keinen Grund mehr, diese von Außen quengelnd wie ein kleines Kind einzufordern und darin wieder und wieder enttäuscht zu werden. 

Wenn ich mir selbst bedingungslose Liebe schenke, projiziere ich meine Themen nicht nach außen, sondern nehme sie in mir bewusst wahr und gehe mit ihnen in mir bewusst um. 

Das ist der Grund, warum mein Mentoring - Programm „Sich selbst und andere würdevoll führen“ im Unternehmenskontext sowohl auf der Führungsebene ansetzt aber auch auf der Ebene derer, die geführt werden. 

Es hat keinen Sinn, die Verantwortung einmal mehr nach außen abzugeben, nur mit dem Finger auf die „bösen“ Chefs zu zeigen und zu fordern, dass diese sich gefälligst besser um ihre Mitarbeiter kümmern sollten. Das ist nur die halbe Wahrheit. Natürlich haben Leader in ihrer Rolle eine Vorbildfunktion und sind schon allein deshalb gefragt, mit gutem Beispiel voran zu gehen. 

Genauso wenig hat es natürlich Sinn, dass mal eben „von oben“ ein paar Trainings eingekauft werden, die den Mitarbeitern „Feuer unterm Hintern“ machen sollen und sowohl den Kontext als auch die Persönlichkeit der Führenden außer acht lassen. 

Die Welten gehören verbunden und in einem komplexen System gilt es, komplex zu arbeiten. 

JEDER Mensch völlig unabhängig von Rolle, Position, Hierarchie ist gefordert, für sich selbst Verantwortung zu nehmen und sich selbst bewusst zu führen. 

Menschen, die sich selbst bewusst, verantwortungsvoll und würdevoll führen, bringen weniger „Befindlichkeits-Theater“ auf die Tagesordnung, sind ausgeglichener, zugewandter, kreativer, loyaler und produktiver. Unabhängig davon, ob sie führen oder geführt werden. 

Meine Mentoringprogramme „Sich selbst in Würde führen“ und „Andere in Würde führen“ starten bald. Melden Sie sich gern bei mir, wenn Sie für sich, Ihr Team oder Ihre Abteilung eine neue Ära der Selbstverantwortung und Selbstliebe einläuten möchten.

Mehr Informationen erhalten Sie hier: https://www.brainopen.de/angebote

Herzlichst ❤ 
Ihre Manuela Dobrileit 

© Manuela Dobrileit - Akademie für würdevolle Führungskunst ®, 2019.
Foto: Canva

Manuela Dobrileit