„Fachlich brillant, aber zwischenmenschlich eine Katastrophe“ oder: warum Du nicht nur dein Auto regelmäßig zum TÜV schicken solltest

Neulich erreichte mich eine Anfrage für ein quasi SOS - Coaching: in einer Abteilung war es laut der Auftraggeberin zwischen einer Führungskraft Frau S. und deren Team eskaliert. Nicht nur deutliche Spannungen und Vertrauensverlust stünden auf der Tagesordnung, sondern die Mitarbeiter drohten reihenweise mit Kündigung, einige seien bereits gegangen. Das sei untragbar. Auf der anderen Seite wisse man, was man an der Führungskraft habe, diese sei fachlich „brillant“! Aber eben zwischenmenschlich sei sie eine Katastrophe ...

Man stehe zwischen allen Stühlen und wisse sich genau genommen keinen Rat mehr.

Ein Coaching zur „Persönlichkeitsentwicklung“ sei wohl das, was nun nur noch helfen könne, wenn überhaupt, meinte mein Auftraggeber, eine große soziale Organisation. Wenn sich dann auch nichts ändern würde, gelte es wohl oder übel Entscheidungen zu treffen. Das (stark fluktuierende) Team oder die Führungskraft. Schwarz oder weiß. Feind oder Freund. Entweder, oder. Ende, aus, basta.

Frau S. selbst hatte dem Coaching wohl oder übel zugestimmt – was blieb ihr auch anderes übrig – glaubte aber selbst nicht daran, dass sie sich ändern könne oder ein Coaching die Situation an sich verbessern könne. So hieß es zumindest.

Naja nun. Als neugieriger Mensch wollte ich mir die Situation zumindest anschauen und mir selbst ein Bild vor Ort machen.

Im Vorgespräch erwartete mich dann (wie oft) entgegen aller Beschreibungen eine warmherzige, humorvolle Frau mit Ecken und Kanten, die deutlich machte, dass sie sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt und auch mal durchgreift, wenn es sein muss. Mit einem riesengroßen Herz für die Sache, einem rasenden Gerechtigkeitssinn und viel Wut auf Mitarbeiter, die ihren Job nicht mit halb so viel Herzblut und Verantwortungsgefühl machen wie es für sie selbstverständlich ist – zumindest in ihrer Wahrnehmung. Eine Frau, die sich aufbäumte und sich fragte, ob sie sich überhaupt verändern will (das war ja der ursprünglich formulierte Auftrag)?! Kurzum, ein Mensch, indem es tobte und der hin und her gerissen war zwischen den vielen widerstreitenden Anforderungen, Erwartungen und Bedürfnissen.

Definitiv war es aber nicht der zwischenmenschliche Totalversager, der mir geschildert worden war ...

Es sprudelte nur so aus ihr heraus und auch Tränen flossen ... so als ob ein lange mit großer Mühe zusammen gehaltener Staudamm bricht. Es wurde deutlich, unter welchem Druck Frau S. stand und wie dieser Druck nach und nach von ihr Besitz ergriffen hatte und sie zu einer harschen, lauten, knappen und pessimistischen Person hatte werden lassen, die weder gut mit sich selbst noch mit den Menschen um sich herum zurechtkam. Kein Wunder und lediglich eine Frage der Zeit, bis eigentlich durch eine Bagatelle die berühmt berüchtigte Hutschnur platzte und verbrannte Erde hinterlassen wurde nach einem schon länger andauernden atmosphärischen Schwelbrand der extremen Anspannung aller Beteiligten.

Nachvollziehbar, dass sich ganz grundsätzlich in einem solchen Zustand weder Führungskräfte noch Mitarbeiter wohl fühlen und die Leistung auf Dauer nicht stimmen kann.

Aus vielen Coachingprozessen weiß ich, dass derartige Situationen oft der nahende Endpunkt einer langen, für alle Beteiligten quälenden Entwicklung sind. Lange, viel zu lange wurde weg geschaut, weg gedrückt, ausgesessen, bagatellisiert, hingenommen und schließlich resigniert. Nicht ohne natürlich im jeweiligen Lager Schuldige auszumachen, denen die Verantwortung für die unliebsame Situation zugeschoben werden kann.

Alle paar Jahre mal eine Weiterbildung und der Glaube ist, dass dann schon alles läuft wie ein gut geölter Motor quasi auch wie von selbst und auf alle Zeit durch alle Unwägbarkeiten des Alltags manövriert. Diese Unwägbarkeiten sind jedoch der Sand im Getriebe, der den besten Motor auf Dauer festfahren lässt. Kontinuierliche Wartung in regelmäßigen Abständen, vorausschauendes Ölen, Schmieren und Pflegen sowie planmäßig TÜV und AU sind für uns selbstverständlich, wenn der Motor auch weiterhin wie geschmiert laufen soll.

Im zwischenmenschlichen Bereich vergessen wir häufig die regelmäßige Wartung unseres Motors und wundern uns dann, dass genau das „Zwischenmenschliche“, das ja der Kitt in allen Beziehungen, seien sie privater oder eben wie hier beruflicher Natur sind, leidet und nicht mehr funktioniert.

Und nicht nur das Zwischenmenschliche leidet: auch die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Einzelnen. Frau S. schlief schon seit längerem schlecht, klagte über diffuse Beschwerden hier und da und litt zudem sehr darunter, nicht zu wissen, wie sie die festgefahrene Situation sowohl beruflich aber auch ganz persönlich für sich selbst lösen sollte.

Es ist also auf Dauer auch Raubbau und bewusst in Kauf genommener Verschleiß von Arbeitskraft, der in Zeiten, in denen der Fachkräftemangel überall händeringend beklagt wird, niemanden kalt lassen und eben nicht zugelassen werden sollte.

Menschen (im Unternehmen) frisch und bei Laune, guter Energie und Arbeitsfreude zu halten kostet zudem weitaus weniger als Ausfallzeiten durch Krankheit, Leistungsverlust durch innere Kündigung oder das Finden neuer, geeigneter Mitarbeiter.

Oft geht es zunächst einmal „nur“ um eigentlich so simple Dinge wie Zuhören, ernst nehmen, bedingungslos akzeptieren, wertschätzen, Mut machen.

Einfach Mensch sein dürfen und als solcher anerkannt und respektiert werden.

Eben kontinuierliche Wartung in regelmäßigen Abständen, vorausschauendes Ölen, Schmieren und Pflegen sowie planmäßig TÜV und AU und der Motor läuft wie geschmiert.

Diese vorausschauende und fürsorgliche Haltung gegenüber uns selbst und anderen einzunehmen und nicht nur gegenüber unseren „Heiligtümern“ steckt vielleicht noch in den Kinderschuhen, wird aber für viele Menschen mehr und mehr selbstverständlich. Auch selbstverständlich, aus Eigeninitiative Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und für die eigene mentale und emotionale Ausgeglichenheit zu sorgen, die heute wie beschrieben in einem komplexen und häufig von Zerreißproben charakterisierten Arbeitsleben so wichtig und gleichermaßen so gefährdet ist.

Für manchen mag es befremdlich klingen, sich selbst um sein Seelenwohl kümmern zu sollen, wo doch andere daran „schuld“ sind, dass dies überhaupt ins Wanken gerät.

Natürlich ist es wichtig, alle Beteiligten zu einem Umdenken zu bewegen. Und es ist schwer, aus alldem die Schuldfrage heraus zu nehmen. Unser Ego bockt da ganz gewaltig! Das Ding ist: selbst wenn die Schuld nun an die vermeintliche richtige Stelle abgegeben wird, gehts uns dann besser? In der Regel nicht. Die Aufgabe bleibt also.

Dazu kommt, dass wie in einer festgefahrenen Partnerschaft nie nur einer „schuld“ ist an der Situation. Beide Parteien bzw. alle Beteiligten tragen ihr Quentchen dazu bei, dass die Situation ist, wie sie ist. Den Blick fürs große Ganze wieder zu gewinnen und auch mal in die Perspektive seines Gegenüber einzusteigen wirkt da oft Wunder.

Frau S. gelang es nach und nach in eine entspannte und sich selbst beruhigende Haltung zu finden und darüber eben auch mit neuem Blick und mehr Verständnis auf ihr Team zu schauen. Eine neue Haltung ist oft der Schlüssel für ein anderes Handeln. Und auch wenn nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist und die Prozesse im Unternehmen unsere Frau S. immer mal wieder zur Weißglut bringen, so kann sie doch insgesamt anders damit umgehen, mehr in ihrer Gelassenheit bleiben und somit anders in ihrem beruflichen und privaten Umfeld agieren. Es ist noch unklar, ob der Arbeitgeber weiterhin die Kosten für ein begleitendes Coaching übernehmen wird, aber Frau S. denkt darüber nach, sich dieses regelmäßig für sich selbst zu gönnen.

Ein Anfang ist gemacht .... 

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Herzlichst, Deine Manuela